Wir hatten beide Grund genug, dieses Buch nicht zu schreiben.
Ich, Rainer, habe den größten Teil meines Lebens selbstständig verbracht. Ich habe Organisationen mit über 30.000 Menschen aufgebaut, in Ländern, deren Sprache ich nicht sprach. Ich habe gewonnen und verloren. Und meistens war es nicht der Markt, der mich umgehauen hat, sondern ein Mensch, dem ich vertraut hatte. Dann lag ich zehn Tage auf der Intensivstation. Man liegt da und weiß nicht, ob es weitergeht. Ein halbes Jahr später bin ich wieder zehn Kilometer gelaufen. Die Lektion war dieselbe wie beim Marathon, nur härter: Aufstehen ist die Arbeit.
Ich, Pamela, hatte einen Vertrag über 20 Wochenstunden und habe 50, manchmal 60 gearbeitet. Ich habe anderen Menschen schöne Wochenenden bereitet. Meine Kinder haben mir Videos geschickt: „Mama, hier würde es dir auch gefallen." Da wusste ich, dass ich gehen musste. Ich wollte nicht länger das Familienleben anderer verschönern und dabei mein eigenes verpassen.
Wir haben Fehler gemacht. Wir haben Menschen verletzt. Wir haben uns geirrt. Und wir haben gesehen, wie eine Gesellschaft schneller, lauter und härter geworden ist. Menschen funktionieren nebeneinander, statt miteinander zu leben.
Was brauchst du in deinem Leben, um für dich selbst einen tiefen Frieden zu empfinden?
Diese Frage haben wir uns am Küchentisch gestellt. Und dann vielen anderen Menschen. Die Antworten waren verschieden und erstaunlich ähnlich: Ruhe. Gemeinschaft. Gesundheit. Das Gefühl, dass die eigene Stimme zählt.
Aus dieser Frage wurde der Ich-zum-Wir-Weg. Erst hinschauen. Dann Frieden mit dir schließen. Dann verbinden. In Schritten, die so klein sind, dass man sie belächelt, und so oft, dass sie wirken.
Du musst nicht wissen, wohin dein Weg führt. Du brauchst nur den Mut, loszugehen. Dieses Buch ist unser nächster Schritt. Vielleicht wird es deiner.
Rainer Stretz & Pamela Stretz-Weber